Was Wien noch darf — Platz über den Dächern
Auf 15 709 Wiener Häusern wäre nach der Bauklasse noch mindestens ein ganzes Geschoss erlaubt — zusammen rund 2,8 Mio. m² Nutzfläche. Gerechnet für jedes Haus der Stadt aus dem amtlichen Dachmodell und der Flächenwidmung.
2,8 Mio. m²
Nutzfläche, die die Bauklassen über Wiens Dächern noch erlauben würden
Die Flächenwidmung teilt Wiens Bauland in Bauklassen ein: Bauklasse I erlaubt Gebäude bis 9 m, II bis 12 m, III bis 16 m, IV bis 21 m, V bis 26 m (§ 75 Bauordnung für Wien). Das Dachmodell der Stadt misst für jedes Haus, wie hoch es heute tatsächlich ist. Zieht man das eine vom anderen ab, bleibt die Luft über jedem Dach — in ganzen Geschossen zu 3 m, mal der gemessenen Grundfläche. Das ist dieselbe Rechnung, die Azima für eine einzelne Adresse anstellt, hier für 41 957 Häuser im Wohn- und gemischten Bauland.
Wo die Reserve liegt
Donaustadt, Floridsdorf, Favoriten und Liesing tragen zusammen 49 % der Reserve. 41 % davon liegen in Bauklasse I — bis 9 m —, wo viele Häuser ein Geschoss niedriger sind, als sie sein dürften.
Wo keine Luft mehr ist
In Josefstadt, Mariahilf und Neubau liegt bei rund 66 % der Häuser die gemessene Traufe über der Obergrenze ihrer Bauklasse, in ganz Wien bei 12 935 Häusern. Das heißt nicht, dass dort nichts geht — Dachgeschosse entstehen im Dachraum, und Pläne setzen eigene Höhen. Es heißt: Wiens Reserve an ganzen Geschossen liegt nicht in den dichten Bezirken innerhalb des Gürtels, sondern zum Stadtrand hin.
Alle 23 Bezirke
Nutzfläche der zusätzlichen ganzen Geschosse, auf 1.000 m² gerundet; Häuser mit Platz für mindestens ein Geschoss von allen geprüften.
Was dagegen steht
Von der Bruttogeschossfläche liegen 385 000 m² (10 %) in Schutzzonen, 139 000 m² im UNESCO-Weltkulturerbe und 84 000 m² unter einer Bausperre. Sie bleiben in der Summe, weil ein Vorbehalt keine Zahl löscht — dort entscheidet im Einzelfall die Stadtbildprüfung.
Was diese Zahl nicht ist
- Eine Obergrenze nach Bauklasse, kein Baurecht. Der Bebauungsplan setzt oft eine niedrigere Meterzahl, und die geht vor.
- Fluchtlinien, Bauweise und Besondere Bestimmungen (BB) kennt die generalisierte Widmung nicht — sie stehen im Plandokument.
- Statik, Denkmalschutz, Mietverhältnisse und Eigentum entscheiden, ob ein Geschoss entsteht; diese Zahl kennt keines davon.
- Der Dachraum nach § 81 ist nicht summiert: wie viel davon schon ausgebaut ist, sagt kein Register.
- Betriebsbaugebiete stehen getrennt (0,7 Mio. m² Bruttogeschossfläche), Bauklasse VI und Bauten unter 50 m² sind nicht gezählt.
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Häufige Fragen
Wie viel Fläche könnte Wien durch Aufstockung gewinnen?
Nach den Bauklassen der Flächenwidmung rund 2,8 Mio. m² Nutzfläche (3,8 Mio. m² Bruttogeschossfläche) auf 15 709 Häusern. Das ist eine Obergrenze: Bebauungspläne setzen oft niedrigere Höhen, und Schutzzone, Statik und Eigentum entscheiden im Einzelfall.
Wo in Wien ist am meisten Platz für Aufstockungen?
Donaustadt, Floridsdorf, Favoriten und Liesing tragen zusammen 49 % der Reserve. Dort stehen viele Häuser, die niedriger sind, als ihre Bauklasse erlauben würde.
Warum stehen so viele Häuser über ihrer Bauklasse?
Die Bauklasse ist die heutige Obergrenze; viele Häuser sind älter als die heutige Widmung. In Josefstadt, Mariahilf und Neubau liegt bei rund 66 % der Häuser die gemessene Traufe darüber. Dazu kommt: die Traufe im Dachmodell ist nicht genau die Gebäudehöhe der Bauordnung.
Wie wurde gerechnet?
Je Haus: zulässige Höhe nach Bauklasse minus gemessene Traufe aus dem Dachmodell der Stadt Wien, in ganzen Geschossen zu 3 m, mal gemessener Grundfläche; Nutzfläche 75 % der Bruttogeschossfläche. Nur Häuser ab 50 m² Grundfläche und 2,8 m Traufe im Wohn- und gemischten Bauland mit Bauklasse I bis V. Der Dachraum ist nicht mitgezählt.
Quellen: Stadt Wien — Generalisiertes Dachmodell LOD2.1 (CityGML), data.wien.gv.at, CC BY 4.0 · Stadt Wien — Generalisierte Flächenwidmung und Zonen (OGD-WFS), Abruf 2026-09-23, data.wien.gv.at, CC BY 4.0 · Stadt Wien — Bezirksgrenzen, data.wien.gv.at, CC BY 4.0. Bearbeitet: Rechnung je Haus durch Vienna Living Map (scripts/generate-potenzial-wien.mjs), Stand 2026-10-09. Keine Rechtsauskunft — verbindlich ist das Plandokument der Stadt Wien.
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