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☀️ Solar & Dächer

Solarpotenzial in Wien: Macht ein Solarpanel auf diesem Dach Sinn?

Die Stadt Wien hat jedes Dach der Stadt aus einem 25-cm-Oberflächenmodell gerechnet — samt der Verschattung durch Nachbarhäuser, Bäume und Gelände. Diese Seite erklärt, was die Zahlen bedeuten; der Adress-Check liest sie für ein einzelnes Dach.

Nachgeschlagen, nicht geschätzt

Die meisten Solarrechner beginnen mit Ausrichtung und Neigung des Daches. In einer Stadt ist das die kleinere Hälfte der Antwort: über ein Wiener Dach entscheidet, was daneben steht. Ein Süddach mit einem fünfstöckigen Nachbarn acht Meter davor kann schlechter sein als ein Flachdach drei Straßen weiter. Genau das hat Wien gemessen — die ganze Stadt, aus der Luft, einmal — und veröffentlicht.

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Vier Klassen, und was sie bedeuten

☀️über 1.250 kWh/m²·a · Sehr gute EignungDie besten Dachflächen der Stadt: unverschattet, gut geneigt, meist nach Süden. Auf dieser Klasse liefert ein Standardmodul nahe seiner Nennleistung — hier rechnet sich eine Anlage am schnellsten.
☀️900 bis 1.250 kWh/m²·a · Gute EignungDer gute Wiener Normalfall und flächenmäßig die größte Klasse: Ost- und Westflächen, leicht verschattete Südflächen, große Flachdächer. Der Ertrag liegt unter der Spitzenklasse, dafür verteilt eine Ost-West-Anlage ihn auf Morgen und Abend — was oft besser zum Verbrauch passt.
☀️600 bis 900 kWh/m²·a · Ausreichende EignungNordflächen, Dächer hinter einem höheren Nachbarn, tiefe Höfe. Physikalisch möglich, wirtschaftlich der harte Fall — lohnend vor allem dort, wo eine große Fläche das ausgleicht.
☀️unter 600 kWh/m²·a · Nicht geeignetDauerhaft verschattete Flächen. Der Kataster weist sie aus, und eine seriöse Rechnung lässt sie weg.

Ein Dach ist selten EINE Klasse. Meist trägt es mehrere: eine sehr gute Südfläche, eine gute Ostfläche, einen verschatteten Streifen hinter dem Stiegenhaus. Deshalb ist die brauchbare Zahl nicht der Mittelwert, sondern: wie viele Quadratmeter liegen über der guten Schwelle. Ein großes Dach mit einer perfekten Fläche schlägt ein kleines, gleichmäßig mittelmäßiges — und der Mittelwert verdeckt genau das.

Für das Beispielhaus in der Schrankgasse im 7. Bezirk nennt der Kataster 1.138 kWh/m²·a im Dachmittel, 99 m² in den Klassen gut und sehr gut zusammen und bis zu 6 kWp — nach der Faustregel rund 5.700 kWh im Jahr. Zwei Häuser weiter stehen andere Zahlen, und genau dieser Unterschied ist der Sinn eines Katasters.

Häufige Fragen

Wie rechnet die Stadt Wien das?

Aus einem digitalen Oberflächenmodell mit 25 cm Auflösung — einem lasergescannten Abbild der Stadt samt Dächern, Bäumen und Gelände. Für jeden Quadratmeter rechnet das Modell, wie viel Sonnenenergie im Jahr ankommt, und zieht alles ab, was im Weg steht. Genau deshalb weicht der Wert von einer einfachen Himmelsrichtungs-Regel ab: das Nachbarhaus steckt darin.

Was heißt kWp, und was kommt heraus?

kWp ist die Nennleistung der Anlage, nicht ihr Ertrag. In Wien liefert eine gut gebaute Anlage rund 950 kWh je kWp und Jahr — ein 6-kWp-Dach also etwa 5.700 kWh. Diese Zahl ist eine Faustregel: Neigung, Ausrichtung, Modulqualität und Verschattung verschieben sie, und ersetzt wird sie nur durch eine Planungsrechnung.

Geht das auch bei einer einzelnen Wohnung?

Nicht im Alleingang. Das Dach gehört dem Haus, eine Anlage braucht also die Eigentümergemeinschaft — und genau deshalb ist die Zahl vor einem Kauf interessanter als danach. Bei einem ganzen Haus, einem Zinshaus oder einem Neubau ist sie eine Zahl mit Geld dahinter.

Was weiß der Kataster nicht?

Statik, den Zustand der Dachhaut, Denkmalschutz, den Netzanschluss und die Eigentumsverhältnisse. Er beantwortet eine Frage — wie viel Sonne oben ankommt — und die ist die Voraussetzung für alle anderen, kein Ersatz dafür.

Wo sehe ich die Zahl für meine Adresse?

Im Licht-Check: Adresse eingeben, und das Dach dieses Hauses wird im Kataster nachgeschlagen — Quadratmeter je Eignungsklasse, mittlere Einstrahlung und die mögliche Leistung. Sie steht auch im PDF-Bericht.

Quelle: Solarpotenzialkataster der Stadt Wien (Stand 2022), gerechnet aus dem 25-cm-Oberflächenmodell — data.wien.gv.at, CC BY 4.0. Eignungsklassen wie von der Stadt veröffentlicht. Die Ertrags-Faustregel (950 kWh je kWp und Jahr) ist eine Schätzung, kein Messwert. Keine Planung und kein Angebot: Statik, Denkmalschutz, Eigentümergemeinschaft und Netzanschluss entscheiden mit.

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