Ist die Wohnung dunkel? Was im Dezember wirklich an dein Fenster kommt
Ob eine Wohnung in Wien dunkel ist, entscheiden das Haus gegenüber und das Geschoß, nicht die Himmelsrichtung allein. Am 21. Dezember steht die Sonne mittags nur rund 18° hoch: In einer 15 m breiten Gasse mit 20 m hohen Häusern gegenüber kommt bis in den 4. Stock keine direkte Sonne an, im 5. Stock sind es 6,0 Stunden.
Gerechnetes BeispielAn der Schrankgasse 10 im 2. Stock bekommen die Westfenster am 21. Juni 6,5 Stunden direkte Sonne, am 21. März 3,3 und am 21. Dezember keine; das Schlafzimmer nach Osten zum Hof im Juni 6,0. Gerechnet mit Azima aus dem Dachmodell LoD2 der Stadt Wien, 11.10.2026.
Wie hell ist deine Wohnung im Winter? Adresse eintippen — Azima rechnet die Sonne für dein Geschoß und jedes Zimmer.
Die Adresse geht zum Suchen an den Adressdienst der Stadt Wien, nie an Vienna Living Map. Das Ergebnis bleibt auf dem Gerät. Kein Konto.
Warum die Besichtigung täuscht
Besichtigt wird oft im Frühling oder Sommer. Am 21. Juni steht die Sonne in Wien mittags rund 65° hoch und schaut über fast jedes Dach, am 21. Dezember rund 18° — dann reicht schon ein Haus gegenüber, das höher ist als die Gasse breit, und das Fenster bleibt ohne direkte Sonne. Dieselbe Wohnung kann im Juni hell und im Dezember dunkel sein, und beides stimmt.
Das Geschoß entscheidet
Ein Rechenbeispiel: eine 15 m breite Gasse, gegenüber eine gerade Häuserzeile mit 20 m Traufe, das Fenster schaut auf sie. Direkte Sonne am 21. Dezember, je Geschoß auf Fensterhöhe gerechnet:
Bei 20 m statt 15 m Abstand beginnt die Wintersonne schon im 4. Stock. Eine echte Gasse hat Einfahrten, Höfe und Kreuzungen, durch die Licht fällt — deshalb rechnet Azima mit den gemessenen Häusern rund um die Adresse statt mit einer Wand.
Was sonst hell oder dunkel macht
- Die Richtung. Im Winter steht die tiefe Sonne nur zwischen Südost und Südwest; ein Fenster nach Norden bekommt von Herbst- bis Frühlingsbeginn keine direkte Sonne. Ost und West bekommen im Sommer lange Morgen- oder Abendsonne.
- Straße oder Hof. Ein Hof ist oft enger als die Straße — manchmal auch weiter. Nicht die Seite des Hauses entscheidet, sondern der Abstand zur nächsten Wand.
- Bäume. Eine Platane vor dem Fenster schattet im Sommer und lässt im Winter Licht durch. Azima zeigt Bäume in der Ansicht, rechnet sie aber nicht als Schatten.
- Helligkeit ohne Sonne. Auch ohne direkte Sonne bringt ein großes Stück freier Himmel Licht ins Zimmer. Azima rechnet die direkte Sonne, keinen Tageslichtquotienten.
Häufige Fragen
Ist eine Wohnung im Erdgeschoß immer dunkel?
Nicht immer, im Winter aber oft: Im Beispiel oben (15 m breite Gasse, 20 m gegenüber) bekommt das Erdgeschoß am 21. Dezember keine direkte Sonne. An einem Platz, einem Park oder einer breiten Straße sieht es anders aus — das zeigt nur die Rechnung für die Adresse.
Welche Himmelsrichtung ist am hellsten?
Nach Süden kommt im Winter am meisten direkte Sonne, weil die tiefe Wintersonne nur dort steht; Ost und West bekommen im Sommer lange Morgen- oder Abendsonne. Ein Fenster nach Norden sieht von Herbst- bis Frühlingsbeginn keine direkte Sonne. Wie viel davon ankommt, entscheidet das Haus gegenüber.
Wie viele Sonnenstunden sind genug?
Eine Zahl, die für alle stimmt, gibt es nicht — wer tagsüber außer Haus ist, merkt die Wintersonne kaum, wer zu Hause arbeitet, jede Stunde. Azima nennt deshalb die Stunden je Zimmer an drei Stichtagen statt einer Note.
Zählen Bäume mit?
Nein. Bäume sind in der Ansicht dargestellt, verschatten in der Rechnung aber nicht: ein Laubbaum lässt im Winter Licht durch, und Bäume wachsen und werden geschnitten.
Woher kommen die Zahlen?
Aus dem Dachmodell LoD2 der Stadt Wien (die gemessene Traufhöhe jedes Hauses), dem Gelände und dem Sonnenstand, gerechnet auf der Fensterhöhe jedes Geschoßes. Die Rechnung läuft im Browser; die Adresse geht nicht an Vienna Living Map.
Rechenbeispiel: eine gerade Häuserzeile, sonst nichts, gerechnet mit derselben Rechnung wie Azima (src/lib/shadowEngine.ts, Fensterhöhe = Geschoß × 3,2 m + 1,5 m), 21. Dezember 2026. Beispiel Schrankgasse 10: Beispiel-Exposé von Azima, Stadt Wien — Generalisiertes Dachmodell LOD2.1, data.wien.gv.at, CC BY 4.0. Kein Gutachten.
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