Welche Zimmerpflanze passt zu deinem Fenster?
Nicht die Himmelsrichtung entscheidet das, sondern das Haus gegenüber. Erst messen, was am Fenster wirklich ankommt — dann die Pflanze wählen, die davon lebt.
Auf jedem Pflanzenschild stehen dieselben drei Wörter: volle Sonne, hell, Schatten. Wie man herausfindet, welches davon das eigene Fenster ist, steht nirgends. „Südseitig" ist die übliche Antwort, und in einer Wiener Gasse ist sie oft falsch — ein Südfenster mit einem fünfstöckigen Haus acht Meter davor bekommt im Dezember weniger als ein Nordfenster im obersten Stock. Der ehrliche Anfang ist nicht der Kompass, sondern die Dachkante gegenüber.
Dein Fenster messen →Drei Gruppen, eine Zahl
Die Zahl, die sie sortiert, sind Stunden direkte Sonne am Fenster — dieselbe Zahl, die der Licht-Check aus den amtlich gemessenen Traufhöhen der Nachbarhäuser rechnet, für das Geschoß, in dem man wohnt. Der Sommerwert ist die Obergrenze, der Dezemberwert das, was die Pflanze überstehen muss; leben tut sie von der kleineren der beiden Zahlen.
Die zwei Dinge, die in keinem Ratgeber stehen
Erstens der Abstand: hinter dem Glas fällt das Licht schnell ab — die Fensterbank und ein Platz zwei Meter dahinter liegen oft eine ganze Gruppe auseinander. Bevor man eine schwächelnde Pflanze ersetzt, rückt man sie ans Fenster. Zweitens die Jahreszeit: zwischen Juni und Dezember kann sich die direkte Stundenzahl am selben Fenster mehr als halbieren, weil die tiefe Sonne hinter der Dachkante gegenüber verschwindet. Daher die Pflanze, die den Sommer über prächtig stand und im November Blätter verliert — und daher ist die Dezemberzahl die interessantere.
Häufige Fragen
Wie viel Licht bekommt mein Fenster wirklich?
Weit weniger, als die Himmelsrichtung vermuten lässt, wenn gegenüber etwas Hohes steht. Der Licht-Check rechnet den echten Verbauungshorizont rund um eine Adresse — für jede Richtung die Höhe, über die die Sonne erst hinweg muss — und hält die Sonnenbahn des Tages dagegen. Heraus kommen Stunden direkte Sonne, für dein Geschoß: die Zahl, auf der diese ganze Seite steht.
Macht das Stockwerk für Pflanzen einen Unterschied?
Einen großen. In einer engen Gasse erreicht die flache Wintersonne das Erdgeschoß nie und läuft zwei Stockwerke höher über die Nachbardächer. Dieselbe Wohnung, dieselbe Fensterrichtung, eine andere Pflanzengruppe. Der Check rechnet beides.
Warum kümmert die Pflanze zwei Meter vom Fenster?
Weil Licht mit dem Abstand schnell abfällt und mit dem Winkel noch schneller. Auf der Fensterbank ist ein anderer Ort als zwei Meter dahinter — oft eine ganze Gruppe tiefer. Erst näher ans Glas rücken, dann über eine andere Pflanze nachdenken.
Ändert der Winter die Gruppe?
Ja, und stärker als die meisten erwarten. Zwischen Juni und Dezember kann sich die direkte Stundenzahl am selben Fenster mehr als halbieren — die Sonne steht tiefer, also nimmt die Dachkante gegenüber mehr davon weg. Der Check rechnet beide Stichtage, und genau daher kommt die Pflanze, die den Sommer über prächtig stand und im November schmollt.
Ersetzt das ein Luxmeter?
Nein. Gerechnet wird der direkte Strahl aufs Fenster — nicht, wie hell ein Raum insgesamt wirkt, und über Vorhänge, einen Balkon über dem Fenster oder eine helle Wand gegenüber, die viel zurückwirft, sagt die Rechnung nichts. Sie beantwortet dafür die Frage, die kein Messgerät beantworten kann: was im Dezember hier noch ankommt.
Die Stunden kommen aus dem Licht-Check: Stadt Wien — Generalisiertes Dachmodell LOD2.1 (CC BY 4.0) · OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL) · Sonnenstand astronomisch gerechnet. Die Pflanzengruppen sind die, mit denen jede Gärtnerei arbeitet; diese Seite ordnet sie einer gemessenen Zahl zu und ersetzt keine Auskunft über Gießen, Luftfeuchte oder Erde.