Über Kalksburg bleibt fast der ganze Himmel frei; am Keplerplatz erreicht die Dezembersonne den Ortskern nur rund 0,2 Stunden. Gemessen aus echten Gebäudehöhen und Gelände — Grätzl für Grätzl.
Wie hell eine Wohnung ist, beginnt lange vor dem Grundriss: bei der Straße. Wien liegt auf 48° Nord — mittags steht die Sonne im Juni rund 65° hoch, im Dezember nur rund 18°. In einem offenen, niedrig bebauten Grätzl spielt dieser Unterschied kaum eine Rolle; zwischen den hohen Fassaden einer Gründerzeitgasse entscheidet er alles. Bei 18° wirft eine 20-Meter-Fassade über 60 Meter Schatten — die Gasse gegenüber bekommt den ganzen Winter keine direkte Sonne auf Straßenniveau.
Deshalb kann sich eine im Juni besichtigte Wohnung im Dezember wie eine andere anfühlen. Unten: wo der Himmel offen bleibt und wo die Wintersonne wirklich noch hinkommt — gemessen aus echten Gebäudehöhen und Gelände, Ort für Ort.
Himmels-Offenheit 0–100 aus echten Gebäudehöhen (OSM) und der gesetzlichen Bauklasse — hoch = niedrige, offene Bebauung.
Direkte Sonnenstunden zur Wintersonnenwende, gerechnet am Ortskern jedes Grätzls — Obstruction-Horizon-Modell über echten OSM-Gebäudehöhen, geländekorrigiert. Keine Aussage über eine einzelne Wohnung: Dort entscheiden Stockwerk, Ausrichtung und Hofseite.
Frag zuerst, was gegenüber steht, dann nach der Himmelsrichtung — im dichten Viertel nimmt die Nachbarfassade mehr Licht, als ein Südfenster bringt. Schau die Wohnung zu der Tageszeit an, zu der du wirklich dort lebst; die Abendsonne ist das Erste, was eine enge Gasse verliert. Und in den dichten Bezirken ist das Stockwerk das Lichtbudget: Obere Etagen behalten Stunden Sonne, die im Erdgeschoß nie ankommen.
Nichts davon macht ein dichtes Grätzl zu einem schlechten Wohnort — kurze Wege, Cafés und die Stadt vor der Tür sind genau das, was die offenen, hellen Ränder hergeben müssen. Es ist ein Kompromiss, den man vor der Unterschrift sehen sollte, nicht nach dem ersten Winter.
Adresse suchen und die Sonne über den Tag ziehen →Beispiel: der Sonnenverlauf über dem Spittelberg →
Wo wohnt man in Wien am hellsten?
In den offenen, niedrig bebauten Lagen: Am meisten freier Himmel liegt in unseren Daten über Kalksburg, Mauer, Kaiserebersdorf — bezirksweit über Floridsdorf, Döbling, Liesing und Hietzing. Der Kompromiss: Hell heißt meist auch weiter draußen. Die dichten Gründerzeitviertel sind der Gegenfall — dort fällt das Licht schmal zwischen hohe Fassaden.
Warum ist die Wintersonne so entscheidend?
Wien liegt auf 48° Nord: Mittags steht die Sonne im Juni ~65° hoch, im Dezember nur ~18°. Bei 18° wirft eine Fassade einen Schatten von mehr als der dreifachen Höhe — eine enge Gründerzeitgasse bekommt den ganzen Winter kaum direkte Sonne auf Straßenniveau. Gemessen: Oberlaa behält rund 8 Stunden Dezembersonne, Keplerplatz rund 0,2.
Worauf sollte man bei der Besichtigung achten?
Auf die Uhrzeit — eine Wohnung um zwölf besichtigt verrät nicht, wie früh die Abendsonne verschwindet. Auf die Seite: Hof oder Straße, und was gegenüber steht (das Nachbarhaus verschattet oft mehr, als die Himmelsrichtung bringt). Aufs Stockwerk: In dichten Vierteln bekommen obere Etagen Stunden mehr Sonne als das Erdgeschoß. Und auf die Jahreszeit: Eine Juni-Besichtigung sagt wenig über den Dezember — das ist die teuerste Überraschung.
Wie misst Vienna Living Map das Licht?
Mit einem Obstruction-Horizon-Modell: Jedes umliegende Gebäude (echte OSM-Höhen) und das Gelände verdecken einen Teil des Himmels; dagegen wird der reale Sonnenlauf (Sommer- und Wintersonnenwende) am Ortskern jedes Grätzls gerechnet. Wo Gebäudehöhen zu dünn sind, ordnen wir ehrlich nach der gesetzlichen Bauklasse ein — und sagen das dazu. Eine einzelne Wohnung hängt immer von Stockwerk, Ausrichtung und Hofseite ab.
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