Wohnen in der Großfeldsiedlung — wie lebt es sich dort?
Kurz und ehrlich: Man wohnt in einem der größten Gemeindebauten Wiens, 5.516 Wohnungen, gebaut 1966 bis 1973 auf Feldern am Rand von Floridsdorf, mit der U1 seit 2006 mitten in der Siedlung. Der Kompromiss: Häuser bis zu 17 Geschoße stehen neben alten Siedlungshäusern, und in den Daten ist es hier weniger ruhig und wärmer als im Wiener Mittel.
Living Snapshot — die Wohnlage in Zahlen
Die Großfeldsiedlung ist in den Daten der Vienna Living Map kein eigenes Grätzl — bewertet werden die Wohnlagen ringsum: Leopoldau knapp anderthalb Kilometer westlich und Donaufeld gut zweieinhalb Kilometer südlich.
Was den Alltag prägt
Der Name ist älter als die Häuser: Die Siedlung heißt nach dem „Großen" oder „Langen Feld" zwischen dem Angerdorf Leopoldau und der Nordbahn. Schon davor stand hier eine Stadtrandsiedlung; 1933, in der Weltwirtschaftskrise, stellte die Stadt das Areal für eine Arbeitslosensiedlung zur Verfügung, rund 2.500 Quadratmeter je Siedler zur Selbstversorgung.
Von 1966 bis 1973 baute die Stadt Wien darauf 5.516 Wohnungen, geplant für rund 21.000 Menschen. Hochhäuser bis zu 17 Geschoße, offene und geschlossene Blöcke und Flachbauten wechseln mit alten Siedlungshäusern, Einfamilien- und Reihenhäusern. Dazu kamen Schulen, Kindergärten, eine Bücherei, das Haus der Begegnung (1974), ein Hallenbad mit Sommerfreibad (1984) und das Großfeldzentrum (1990). Von 2013 bis 2016 wurde die Siedlung saniert.
Was überraschend gut funktioniert
Die U1 hält mitten in der Siedlung: Seit 2006 fährt sie bis Leopoldau, die Station Großfeldsiedlung liegt an der Kürschnergasse. Bei den Öffis erreicht das Grätzl Leopoldau 8,5 von 10.
Vieles liegt innerhalb der Siedlung: Schulen, Kindergärten, Bücherei, zwei Kirchen — die Pfarrkirche Don Bosco von Clemens Holzmeister (1970–1971) und die Heilig-Kreuz-Kirche — das Hallenbad mit Freibad und das Großfeldzentrum. Zwischen den Häusern liegt viel Grünfläche, die der Gemeindebau der Sechziger mitgeplant hat.
Was man bewusst in Kauf nimmt
Ruhig und kühl ist es hier nicht: Das Grätzl Leopoldau liegt bei der Ruhe mit 6,7 knapp unter dem Wiener Median von 6,8 und beim modellierten Sommerhitze-Index mit 59 über dem Mittel von 55.
Hoch und niedrig stehen nebeneinander: Wer in einem der Hochhäuser wohnt, hat Weite und Wind; wer im Siedlungshaus daneben wohnt, hat das Hochhaus vor dem Fenster. Wie viel Sonne ankommt, entscheiden Haus, Seite und Geschoß.
20 Minuten Alltag
Vier Stationen, ein Abend nach der Arbeit — jede Beobachtung gilt genau hier, nicht überall.
- U1 Großfeldsiedlung 17:30
Die Station an der Kürschnergasse, seit der Verlängerung der U1 nach Leopoldau 2006. Oben halten die Busse 29A und 29B, nachts der N25. - Großfeldzentrum 17:32
Das Einkaufszentrum der Siedlung, eröffnet 1990 mit 41 Geschäften auf über 10.000 Quadratmetern. - Don Bosco 17:38
Die Pfarrkirche von Clemens Holzmeister, gebaut 1970 bis 1971, mitten zwischen den Häusern des Gemeindebaus. - Egon-Friedell-Gasse 17:54
Der westliche Rand der Siedlung: Dahinter liegt das alte Angerdorf Leopoldau.
Für wen passt es?
Für alle, die eine leistbare Gemeindewohnung mit U-Bahn vor der Tür suchen und Schule, Bad und Einkauf im selben Viertel haben wollen. Wer Altbau und Kaffeehaus vor der Tür sucht, fährt dafür mit der U1 in die Stadt.
Licht je Geschoß prüfen
Häuser bis zu 17 Geschoße neben Reihenhäusern: Ob Sonne an ein Fenster kommt, entscheiden das Nachbarhaus und das Geschoß. Der Licht-Check rechnet für Adresse und Geschoß, wann direkte Sonne an die Fenster kommt — am 21. Juni und am 21. Dezember, aus den amtlich gemessenen Höhen der Nachbarhäuser. Die Vorschau für ein Zimmer ist kostenlos. Zum Licht-Check →
Diesen Ort in der Vienna Living Map öffnen →Das Grätzl-Porträt Leopoldau · Gemeindebau in Wien · Luftbilder 1938 bis heute · Bezirk Floridsdorf · Karl-Marx-Hof · Arsenal
Methodik & Quellen
Bauzeit, Wohnungen, Geschoße, Vorgeschichte, Name, U-Bahn, Kirchen und Sanierung: Wikipedia, Artikel „Großfeldsiedlung". Lage, Stadtrandsiedlung, Einrichtungen und Großfeldzentrum: Wien Geschichte Wiki (Stadt Wien), Artikel „Großfeldsiedlung". Beide gelesen am 23.10.2026. Ruhe, Sommerhitze und Öffis: eigene Daten der Vienna Living Map für das Grätzl Leopoldau.
Häufige Fragen
Was ist die Großfeldsiedlung?
Ein Gemeindebau der Stadt Wien im 21. Bezirk, gebaut 1966 bis 1973: 5.516 Wohnungen, geplant für rund 21.000 Menschen, Häuser bis zu 17 Geschoße. Sie liegt im Bezirksteil Leopoldau zwischen Egon-Friedell-Gasse und Seyringer Straße, im Norden begrenzt von der Nordbahn.
In welchem Bezirk liegt die Großfeldsiedlung?
Im 21. Bezirk, Floridsdorf, Postleitzahl 1210, im Bezirksteil Leopoldau. Die U1-Station Großfeldsiedlung liegt an der Kürschnergasse.
Was war vorher auf dem Großfeld?
Felder und eine Stadtrandsiedlung. 1933, in der Weltwirtschaftskrise, stellte die Stadt das Areal für eine Arbeitslosensiedlung zur Verfügung; jeder Siedler bekam rund 2.500 Quadratmeter zur Selbstversorgung.
Seit wann fährt die U1 in die Großfeldsiedlung?
Seit 2006: Damals wurde die U1 bis zur S-Bahn-Station Leopoldau verlängert, mit der Station Großfeldsiedlung an der Kürschnergasse.
Wie lebt es sich in der Großfeldsiedlung?
Mit der U1 in der Siedlung, Schulen, Bad und Einkaufszentrum in Gehweite und viel Grün zwischen den Häusern. Dafür hohe Häuser neben niedrigen und, in den Daten des Grätzls Leopoldau, etwas weniger Ruhe und mehr Sommerhitze als im Wiener Mittel.