Rund ein Viertel aller Wiener Wohnungen gehört der Stadt. Der Gemeindebau ist keine Notlösung, sondern eine über hundert Jahre gewachsene Idee vom leistbaren Wohnen — und prägt ganze Grätzl. Wir zeigen, wo.
68 873 Gemeindebau-Wohnungen · die größte Gemeindebau-Stadt Wiens
Sortiert aus offenen Daten (Stadt Wien OGD, OpenStreetMap, Wiener Linien, Statistik Austria) — keine Touristen-Tippliste.
Kaum etwas prägt das Wohnen in Wien so sehr wie der Gemeindebau. Vom monumentalen Karl-Marx-Hof in Döbling bis zu den weiten Anlagen in Favoriten und Simmering zieht sich ein rotes Band durch die Stadt — Höfe mit Bäumen, Bankerln und Wäscheleinen, in denen Generationen aufgewachsen sind.
Wir zählen die Wohnhausanlagen aus den offenen Standortdaten der Stadt Wien (1.772 Anlagen) und ihre Wohnungen rund um jedes Grätzl. Am dichtesten steht der Gemeindebau in den Arbeiterbezirken des Südens und jenseits der Donau — dort, wo das Rote Wien den meisten Platz zum Bauen hatte. Es ist eine Wohnform mit eigener Geschichte und eigenen Regeln — deshalb ein Kultur-Signal, kein Punkt im Living Score.
Ein ganzer Bezirk ist grob — der Gemeindebau steht sehr konzentriert. Diese Grätzl sind am stärksten geprägt:
Der ehrliche Punkt: Eine Gemeindewohnung mietet man nicht spontan — es braucht das Wohn-Ticket, ein Einkommen unter der Grenze und Wartezeit, und kaufen kann man sie nicht. Dafür bekommt man geregelte Miete, einen unbefristeten Vertrag und meist grüne, gut angebundene Anlagen. Für viele ist das der stabilste Weg zum Wohnen in Wien.
Über einen Kilometer lang, 1930 eröffnet — der berühmteste Gemeindebau der Welt.
Die größte Wohnhausanlage des Roten Wien, ein ganzes Grätzl für sich.
Gartenstadt-Idee der Zwischenkriegszeit: Höfe, Bäume, weite Wiesen.
Verwinkelte Höfe und Torbögen — heute mit eigenem Theater im Haus.
Dem Ringstraßen-Palast nachempfunden, mit weitem Ehrenhof am Gürtel.
Der erste Gemeindebau des Roten Wien, frühe 1920er — wo alles begann.
Eine Großanlage der 1970er — Stadt in der Stadt mit eigener U-Bahn-Station.
Weite Anlage nahe der Alten Donau, im Februar 1934 umkämpft.
Der Gemeindebau ist keine Sozialsiedlung am Rand, sondern eine Idee mitten in der Stadt. Im „Roten Wien“ der 1920er-Jahre baute die Stadt ganze Höfe mit Innenhöfen, Waschküchen, Kindergärten und Bibliotheken — finanziert aus einer eigenen Wohnbausteuer. Bis heute gehört rund ein Viertel aller Wiener Wohnungen der Stadt; etwa eine halbe Million Menschen lebt darin. Das ist einer der Gründe, warum Wohnen in Wien im Vergleich leistbar bleibt.
Eine Gemeindewohnung bekommt man nicht am freien Markt. Man braucht das Wiener Wohn-Ticket: einen Hauptwohnsitz in Wien, ein Einkommen unter der Grenze und etwas Geduld. Dafür ist die Miete geregelt, der Vertrag unbefristet, und man wohnt oft in großzügigen, begrünten Anlagen mit guter Öffi-Anbindung. Die Bausubstanz reicht vom denkmalgeschützten Hof der Zwischenkriegszeit bis zum sanierten Bau der Nachkriegsjahrzehnte — das sieht man sich am besten vor Ort an.
Auf der Grätzl-Seite steht, wie grün, ruhig und gut angebunden eine Lage ist — bei Gemeindebau-Vierteln zählen vor allem die Öffi-Nähe und das Grün der Höfe. Ein guter Start, um ein Grätzl kennenzulernen, bevor man sich um eine Wohnung bewirbt.
Gemeindebauten auf der Karte entdecken →Was ist ein Gemeindebau?
Ein Gemeindebau ist eine Wohnhausanlage, die der Stadt Wien gehört und von Wiener Wohnen verwaltet wird. Aus dem „Roten Wien“ der 1920er-Jahre entstanden, gibt es heute rund 1.800 solcher Anlagen mit etwa 220.000 Wohnungen — rund ein Viertel des Wiener Wohnungsbestands. Etwa eine halbe Million Menschen lebt darin.
Wie bekomme ich eine Gemeindewohnung in Wien?
Über das Wiener Wohn-Ticket: Man muss volljährig sein, seit mindestens zwei Jahren an derselben Wiener Adresse mit Hauptwohnsitz gemeldet sein und unter einer Einkommensgrenze liegen. Mit dem Wohn-Ticket kann man sich dann auf konkrete Wohnungen bewerben. Kaufen kann man eine Gemeindewohnung nicht.
In welchen Bezirken gibt es am meisten Gemeindebau?
Am meisten Gemeindebau steht in den Arbeiterbezirken und den weiten Flächen jenseits der Donau: Favoriten, Simmering, Floridsdorf, Donaustadt und Meidling führen. In der Inneren Stadt und den bürgerlichen Innenbezirken gibt es dagegen kaum welchen.
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☀️ Wo wohnt man in Wien am kühlsten?🌳 Wo säumen die meisten Bäume die Straßen?🍷 Wo wohnt man zwischen Heurigen und Weingärten?🌭 Wo wohnt man mit dem Würstelstand ums Eck?🍺 Wo wohnt man mit dem Beisl ums Eck?🌱 Wo wohnt man im Grünen — im Kleingarten?🐶 Wo wohnt man in Wien gut mit Hund?🚲 Wo wohnt man in Wien am fahrradfreundlichsten?☕ Wo wohnt man mitten in Wiens Café-Kultur?🛍 Wo wohnt man mit einem Markt vor der Tür?🏡 Wo wohnen die Wiener, nicht die Touristen?🌲 Wo wohnt man am Wienerwald — grün, hügelig, mit Weitblick?