Wohnen am Arenbergpark — wie lebt es sich dort?
Kurz und ehrlich: Man wohnt an einem Park im 3. Bezirk, den die Gemeinde im Jahr 1900 gekauft und geöffnet hat, mit zwei Flaktürmen aus den Jahren 1942 und 1943 darin, den Bus 4A rund eine Gehminute und die U3 rund sieben Gehminuten entfernt. Der Kompromiss: In den Daten ist es hier weniger ruhig und im Sommer heißer als im Wiener Mittel — und die Türme bleiben stehen.
Living Snapshot — die Wohnlage in Zahlen
Der Arenbergpark ist in den Daten der Vienna Living Map kein eigenes Grätzl — gemessen wird am Grätzl Landstraßer Hauptstraße, dessen Mitte rund 100 Meter entfernt liegt. Orientierung für die Umgebung, kein Urteil über einzelne Wohnungen.
Was den Alltag prägt
Bevor hier ein Park war, hatte das Gelände adelige Besitzer: 1785 die Esterházy, 1810 Erzherzog Karl. Am 11. Mai 1900 kaufte es die Gemeinde, am 16. September 1900 wurde der Arenbergpark eröffnet. Ganz blieb er nicht: Von 1906 bis 1908 wurde ein Teil parzelliert.
In den Jahren 1942 und 1943 ließ das NS-Regime im Park zwei Flaktürme bauen, das Flakturm-Paar VIII: einen Gefechtsturm und einen Leitturm, fertig im Oktober 1943, geplant von Friedrich Tamms. Gesprengt wurden die Wiener Paare nicht, weil das neben den Wohnhäusern nicht ging. Der größere Turm dient dem MAK als Depot. Laut ORF waren 2015 beide gesperrt: Im Leitturm gab es seit 2012 keine Besuche mehr, der Turm des MAK war seit September 2011 nicht öffentlich. Ein Rechenzentrum mit dem Namen „Danube" war um rund zehn Millionen Euro geplant; umgesetzt wurde es nicht.
Was überraschend gut funktioniert
Die Wege sind kurz: Der Bus 4A hält am Ziehrerplatz, rund eine Gehminute von der Mitte des Parks, die U3-Station Rochusgasse liegt rund sieben Gehminuten entfernt. Bei den Öffis erreicht das Grätzl Landstraßer Hauptstraße 9,0 von 10. Und der Park ist seit 1900 für alle offen.
Was man bewusst in Kauf nimmt
Ruhig und kühl ist es hier nicht: Das Grätzl Landstraßer Hauptstraße liegt bei der Ruhe mit 6,0 unter dem Wiener Median von 6,8 und beim modellierten Sommerhitze-Index mit 65 über dem Mittel von 56.
Die Türme bleiben: Gesprengt werden konnten sie neben den Wohnhäusern nicht, und betreten konnte man sie laut ORF 2015 nicht mehr. Sie gehören zum Blick in den Park — als Bauten des NS-Regimes aus dem Krieg, nicht als Kulisse.
20 Minuten Alltag
Fünf Stationen, ein Abend nach der Arbeit — jede Beobachtung gilt genau hier, nicht überall.
- Rochusgasse 17:30
Die U3 hält hier, rund sieben Gehminuten von der Mitte des Parks. - Arenbergpark 17:37
Seit dem 16. September 1900 ein öffentlicher Park; die Gemeinde hatte das Gelände im Mai desselben Jahres gekauft. - Der größere Turm 17:40
Gebaut 1942/43, heute ein Depot des MAK. Öffentlich zugänglich war er laut ORF seit September 2011 nicht mehr. - Der Leitturm 17:43
Der zweite Turm des Paars, fertig im Oktober 1943. Besuche gab es hier laut ORF seit 2012 keine mehr. - Ziehrerplatz 17:47
Der Bus 4A hält hier, rund eine Gehminute von der Mitte des Parks — das Ende des Abendwegs.
Für wen passt es?
Für alle, die mit Bus und U-Bahn in Gehweite wohnen wollen, an einem Park, dessen Geschichte man sieht. Wer Ruhe und kühle Sommer an die erste Stelle setzt, wird hier ehrlicherweise nicht fündig — die Daten sagen es.
Licht je Geschoß prüfen
Wie viel Sonne an ein Fenster am Arenbergpark kommt, hängt an Seite, Geschoß und den Häusern gegenüber — und im Park stehen zwei Türme. Der Licht-Check rechnet für Adresse und Geschoß, wann direkte Sonne an die Fenster kommt — am 21. Juni und am 21. Dezember, aus den amtlich gemessenen Höhen der Nachbarhäuser. Die Vorschau für ein Zimmer ist kostenlos. Zum Licht-Check →
Diesen Ort in der Vienna Living Map öffnen →Das Grätzl-Porträt Landstraßer Hauptstraße · Wohnen im Village im Dritten · Lärm und Ruhe in Wien · Bezirk Landstraße · Karl-Marx-Hof · Arsenal
Methodik & Quellen
Besitzer, Kauf und Eröffnung 1900, Parzellierung und die Türme im Park: Wikipedia, Artikel „Arenbergpark". Paar VIII, Gefechts- und Leitturm, Fertigstellung im Oktober 1943, Friedrich Tamms und warum die Wiener Paare stehen blieben: Wikipedia, Artikel „Flakturm". Sperre der Türme und das geplante Rechenzentrum: ORF, Bericht vom 8. April 2015. Alle gelesen am 12.10.2026. Linien aus dem Fahrplan der Wiener Linien (GTFS). Ruhe, Sommerhitze und Öffis: eigene Daten der Vienna Living Map für das Grätzl Landstraßer Hauptstraße; Gehminuten aus der Luftlinie ab der Mitte des Parks mal 1,3 bei 80 Metern je Minute. Der Sommerhitze-Index ist ein Modellwert, keine gemessene Temperatur.
Häufige Fragen
Was ist der Arenbergpark?
Ein öffentlicher Park im 3. Bezirk, Landstraße, Postleitzahl 1030. Die Gemeinde kaufte das Gelände am 11. Mai 1900 und öffnete den Park am 16. September 1900. Im Park stehen zwei Flaktürme aus den Jahren 1942 und 1943.
Was sind die Flaktürme im Arenbergpark?
Zwei Bauten des NS-Regimes aus dem Zweiten Weltkrieg, das Flakturm-Paar VIII: ein Gefechtsturm und ein Leitturm, fertig im Oktober 1943, geplant von Friedrich Tamms. Der größere Turm dient dem MAK als Depot.
Kann man die Flaktürme im Arenbergpark besichtigen?
Laut einem ORF-Bericht vom April 2015 waren beide gesperrt: Im Leitturm gab es seit 2012 keine Besuche mehr, der Turm des MAK war seit September 2011 nicht öffentlich zugänglich.
Warum stehen die Flaktürme noch?
Die Wiener Flakturm-Paare wurden nicht gesprengt, weil das neben den Wohnhäusern nicht ging.
Wie ist der Arenbergpark angebunden?
Der Bus 4A hält am Ziehrerplatz, rund eine Gehminute von der Mitte des Parks; die U3-Station Rochusgasse liegt rund sieben Gehminuten entfernt.
Wie lebt es sich am Arenbergpark?
Mit Bus und U-Bahn in Gehweite und einem Park vor der Tür. Dafür, in den Daten, weniger Ruhe und mehr Sommerhitze als im Wiener Mittel, und zwei Türme aus dem Krieg, die bleiben. Einen eigenen Score hat der Arenbergpark nicht; das Grätzl Landstraßer Hauptstraße erreicht 81 von 100.