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Raus aus Gas in Wien: Was sagt der Untergrund an deiner Adresse?

Eine Pflicht, eine bestehende Gasheizung bis zu einem bestimmten Datum zu tauschen, steht weder im Erneuerbare-Wärme-Gesetz noch in der Wiener Bauordnung. Wer umsteigen will, findet in den Energiekarten der Stadt, was der Untergrund für eine Wärmepumpe sagt — als Ampel der Einschränkungen, nicht als Eignung. Die Stadt fördert den Umstieg mit 35 % der Kosten, nach vorhandenem Budget.

Karten der Stadt · abgerufen am 13. Oktober 2026

Kurz gesagt: Die Erdwärme-Ampel der Stadt steht auf 54 % der Wiener Fläche auf Grün und auf 46 % auf Gelb; für eine Erdwärmesonde braucht es auf 77 % der Fläche eine wasserrechtliche Bewilligung, für eine Grundwasser-Wärmepumpe überall. Ein für die thermische Nutzung geeigneter Grundwasserkörper liegt unter 62 % der Stadt. Von den 1 108 geförderten Wärmepumpen im Verzeichnis der Stadt holen 754 ihre Wärme aus der Luft — für sie gilt keine dieser Karten.

Was sagen die Karten an deiner Adresse?

Die Adresse geht zum Suchen an den Adressdienst der Stadt Wien, nie an Vienna Living Map. Das Ergebnis bleibt auf dem Gerät. Kein Konto.

Was die Energiekarten der Stadt zeigen

Die Stadt Wien veröffentlicht ihre Energiekarten als offene Daten. Für eine Wärmepumpe zählen vier: die Ampel für Erdwärmesonden mit der wasserrechtlichen Bewilligungszone und der Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds, die Ampel für Grundwasser-Wärmepumpen mit der Leistungsklasse je Brunnenpaar und den für die thermische Nutzung geeigneten Grundwasserkörpern, die Kanäle für Abwasserwärme und die Klimaschutz-Gebiete der Energieraumpläne.

Grün heißt laut Stadt: Nutzung generell möglich. Gelb: zusätzliche Informationen notwendig. Magenta: Nutzung generell nicht möglich. Liegen mehrere Einschränkungen übereinander, zeigt die Karte die strengste. Wie viel Wärme sich tatsächlich gewinnen lässt, sagt die Ampel nicht, vor allem beim Grundwasser; Tiefgaragen und andere Bauwerke im Untergrund kennt sie nicht vollständig. Stadt Wien, Erdwärmepotenzialkataster

Erdwärme-AmpelGrün 54 % · Gelb 46 % · Magenta 0,1 % der Stadtfläche
Bewilligung für eine Sondenötig auf 77 % der Fläche, im Westen (23 %) nicht — melden überall
Grundwasser-Ampeldeckt 65 % der Stadt, davon Grün 64 % · Gelb 36 %
Geeigneter Grundwasserkörperunter 62 % der Stadt, davon 72 % ergiebig
Leistungsklasse je Brunnenpaar> 20 kW 44 % · 5 kW bis < 20 kW 16 % · 1 kW bis < 5 kW 19 % · < 1 kW 20 %
Kanäle für Abwasserwärme5 845 Abschnitte ab 15 l/s Trockenwetterabfluss, rund 320 km

Anteile an der Fläche, die die jeweilige Karte deckt; eigene Rechnung aus den Karten der Stadt, abgerufen am 13. Oktober 2026.

Drei Punkte, drei Antworten

Dieselbe Kurzform zeigt Azima an jeder Adresse unter „Heizen ohne Gas" — hier an drei Punkten:

Schrankgasse 10 · 7. Bezirk
Erdwärmesonde
Ampel grün · Bewilligung nötig
Grundwasser-Wärmepumpe
Ampel grün · 5 kW bis < 20 kW je Brunnenpaar · lokaler Grundwasserleiter
Abwasserwärme
kein Kanal im Umkreis von 100 m · der nächste rund 220 m entfernt
Klimaschutz-Gebiet
nein
ein Punkt in Grinzing · 19. Bezirk
Erdwärmesonde
Ampel grün · Bewilligung nötig
Grundwasser-Wärmepumpe
Ampel grün · 1 kW bis < 5 kW je Brunnenpaar · kein geeigneter Grundwasserkörper
Abwasserwärme
kein Kanal im Umkreis von 100 m · der nächste rund 150 m entfernt
Klimaschutz-Gebiet
nein
ein Punkt in der Seestadt · 22. Bezirk
Erdwärmesonde
Ampel grün · Bewilligung nötig
Grundwasser-Wärmepumpe
Ampel grün · > 20 kW je Brunnenpaar · ergiebiger Grundwasserleiter
Abwasserwärme
kein Kanal im Umkreis von 100 m · der nächste rund 1 010 m entfernt
Klimaschutz-Gebiet
ja (22/026/1) — gilt nur für Neubauten

In Grinzing steht die Grundwasser-Ampel auf Grün, ein für die thermische Nutzung geeigneter Grundwasserkörper liegt dort aber nicht. Deshalb liest Azima die Ampel, die Leistungsklasse und den Grundwasserkörper immer zusammen — die Ampel allein sagt das nicht.

Was gilt — und was nicht

Was die Stadt für den Umstieg zahlt

Die Stadt (MA 50) fördert den Umstieg auf ein hocheffizientes alternatives Heizsystem am Hauptwohnsitz mit 35 % der anerkannten Kosten, in einer Wohnung höchstens 5.250 Euro, im Eigenheim höchstens 8.000 Euro, dort bei Erdwärme, Grundwasser oder Abwärme 4.000 Euro mehr und mit Einkommensgrenzen; das alte System muss ausgebaut werden und das neue die einzige Heizung sein. Wer die Wohnung ganz von Gas befreit und den Anschluss abmeldet, kann dazu eine Dekarbonisierungsprämie von in der Regel 1.000 Euro bekommen, 1.500 Euro, wenn das ganze Haus umstellt. Im Mehrparteienhaus fördert der wohnfonds_wien höchstens 50 Euro je m² Nutzfläche, bei Erdwärme, Grundwasser oder Abwärme höchstens 80 Euro, dazu 4.000 Euro je angeschlossene Wohnung, insgesamt höchstens 35 % der Kosten, beantragt vor Baubeginn. Gezahlt wird nach vorhandenem Budget, einen Rechtsanspruch gibt es nicht; der Kesseltausch des Bundes nimmt für 2026 keine Anträge mehr an, für 2027 hat das Umweltministerium 179 Mio. Euro angekündigt, die Bedingungen waren am 13. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht (Stand Oktober 2026).

Quellen, abgerufen am 13. Oktober 2026: MA 50, Heizanlagen, Dekarbonisierungsprämie, wohnfonds_wien, Sanierungsoffensive des Bundes, Umweltministerium, 13. Juli 2026. Dieselbe Zeile steht mit Datum in Azima bei „Heizen ohne Gas".

Geförderte Anlagen je Bezirk

Die Stadt führt Verzeichnisse geförderter Anlagen: 1 108 Wärmepumpen (Baujahre 2016 bis 2023), 6 088 Photovoltaik- und 2 844 Solarthermieanlagen. Von den Wärmepumpen arbeiten 754 mit der Außenluft (Luft/Wasser), 278 mit Erdwärme über Sole (Sole/Wasser) und 76 mit Wasser als Wärmequelle (Wasser/Wasser). Am häufigsten stehen geförderte Wärmepumpen je 1.000 Gebäude in Margareten (14,4), in der Donaustadt (8,5) und in Penzing (8,2), am seltensten in Mariahilf (0,0).

1. Margareten · 5. Bezirk · 32 Wärmepumpen · 19 Photovoltaik · 14 Solarthermie14,4je 1.000 Gebäude
2. Donaustadt · 22. Bezirk · 324 Wärmepumpen · 1 627 Photovoltaik · 710 Solarthermie8,5je 1.000 Gebäude
3. Penzing · 14. Bezirk · 126 Wärmepumpen · 482 Photovoltaik · 301 Solarthermie8,2je 1.000 Gebäude
4. Hernals · 17. Bezirk · 56 Wärmepumpen · 216 Photovoltaik · 104 Solarthermie8,2je 1.000 Gebäude
5. Döbling · 19. Bezirk · 54 Wärmepumpen · 213 Photovoltaik · 159 Solarthermie6,2je 1.000 Gebäude
6. Hietzing · 13. Bezirk · 72 Wärmepumpen · 399 Photovoltaik · 206 Solarthermie6,0je 1.000 Gebäude
7. Liesing · 23. Bezirk · 115 Wärmepumpen · 828 Photovoltaik · 384 Solarthermie5,9je 1.000 Gebäude
8. Floridsdorf · 21. Bezirk · 136 Wärmepumpen · 899 Photovoltaik · 399 Solarthermie5,8je 1.000 Gebäude
9. Leopoldstadt · 2. Bezirk · 28 Wärmepumpen · 145 Photovoltaik · 38 Solarthermie5,8je 1.000 Gebäude
10. Favoriten · 10. Bezirk · 59 Wärmepumpen · 384 Photovoltaik · 135 Solarthermie4,2je 1.000 Gebäude
11. Währing · 18. Bezirk · 19 Wärmepumpen · 105 Photovoltaik · 72 Solarthermie3,5je 1.000 Gebäude
12. Josefstadt · 8. Bezirk · 3 Wärmepumpen · 17 Photovoltaik · 2 Solarthermie3,2je 1.000 Gebäude
13. Ottakring · 16. Bezirk · 25 Wärmepumpen · 158 Photovoltaik · 93 Solarthermie3,2je 1.000 Gebäude
14. Wieden · 4. Bezirk · 3 Wärmepumpen · 17 Photovoltaik · 6 Solarthermie2,6je 1.000 Gebäude
15. Landstraße · 3. Bezirk · 11 Wärmepumpen · 77 Photovoltaik · 22 Solarthermie2,5je 1.000 Gebäude
16. Simmering · 11. Bezirk · 19 Wärmepumpen · 231 Photovoltaik · 70 Solarthermie2,0je 1.000 Gebäude
17. Meidling · 12. Bezirk · 14 Wärmepumpen · 133 Photovoltaik · 64 Solarthermie2,0je 1.000 Gebäude
18. Neubau · 7. Bezirk · 3 Wärmepumpen · 21 Photovoltaik · 17 Solarthermie1,9je 1.000 Gebäude
19. Rudolfsheim-Fünfhaus · 15. Bezirk · 5 Wärmepumpen · 32 Photovoltaik · 21 Solarthermie1,3je 1.000 Gebäude
20. Brigittenau · 20. Bezirk · 2 Wärmepumpen · 25 Photovoltaik · 13 Solarthermie1,2je 1.000 Gebäude
21. Alsergrund · 9. Bezirk · 2 Wärmepumpen · 20 Photovoltaik · 8 Solarthermie1,0je 1.000 Gebäude
22. Innere Stadt · 1. Bezirk · 0 Wärmepumpen · 21 Photovoltaik · 2 Solarthermie0,0je 1.000 Gebäude
23. Mariahilf · 6. Bezirk · 0 Wärmepumpen · 19 Photovoltaik · 4 Solarthermie0,0je 1.000 Gebäude

Gezählt je Bezirk, nie ein einzelnes Haus. Wer ohne Förderung eingebaut hat, fehlt in den Verzeichnissen; das der Wärmepumpen reicht bis 2023, das der Solarthermie bis 2021. Gebäude: Dachmodell der Stadt Wien (LOD2.1).

Häufige Fragen

Muss ich meine Gasheizung in Wien tauschen?

Eine Frist für bestehende Gasheizungen steht weder im Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Bundes noch in der Wiener Bauordnung. Wer ein Haus umbaut, größer renoviert oder das Heizsystem ändert, muss den Energiebedarf erneuerbar, über effiziente Fernwärme oder kohlenstofffrei decken, soweit das technisch, funktionell und wirtschaftlich machbar ist (§ 118c Bauordnung, in dieser Fassung seit 15. Juli 2026). Den bloßen Tausch der Gastherme in einer Wohnung zählen die Erläuterungen nicht als solche Änderung.

Wann wird in Wien das Gas abgedreht?

Ein amtliches Datum für ein Gebiet oder eine Adresse war am 13. Oktober 2026 nicht zu finden. Der Wiener Wärmeplan 2040 zeigt, welche Wärmeversorgung in welchem Gebiet am besten geeignet ist; laut Stadt ist er ein unverbindliches Instrument. Das Ziel der Stadt: Bis 2040 sollen Raumwärme und Warmwasser in Wiener Gebäuden ausschließlich erneuerbar bereitgestellt werden.

Was zeigt die Erdwärme-Ampel der Stadt?

Bekannte Einschränkungen, nicht die Eignung: Grün heißt „Nutzung generell möglich“, Gelb „Zusätzliche Informationen notwendig“, Magenta „Nutzung generell nicht möglich“; liegen mehrere Einschränkungen übereinander, zeigt die Karte die strengste. Wie viel Wärme sich gewinnen lässt, steht nicht darin. In ganz Wien steht sie auf 54 % der Fläche auf Grün.

Brauche ich für Erdwärme oder Grundwasser eine Bewilligung?

Für eine Grundwasser-Wärmepumpe immer. Für eine Erdwärmesonde auf 77 % der Stadtfläche; im Westen Wiens ist sie wasserrechtlich bewilligungsfrei, melden muss man sie aber auch dort.

Welche Förderung gibt es in Wien für den Heizungstausch?

Die Stadt (MA 50) fördert den Umstieg auf ein hocheffizientes alternatives Heizsystem am Hauptwohnsitz mit 35 % der anerkannten Kosten, in einer Wohnung höchstens 5.250 Euro, im Eigenheim höchstens 8.000 Euro, dort bei Erdwärme, Grundwasser oder Abwärme 4.000 Euro mehr und mit Einkommensgrenzen; das alte System muss ausgebaut werden und das neue die einzige Heizung sein. Wer die Wohnung ganz von Gas befreit und den Anschluss abmeldet, kann dazu eine Dekarbonisierungsprämie von in der Regel 1.000 Euro bekommen, 1.500 Euro, wenn das ganze Haus umstellt. Im Mehrparteienhaus fördert der wohnfonds_wien höchstens 50 Euro je m² Nutzfläche, bei Erdwärme, Grundwasser oder Abwärme höchstens 80 Euro, dazu 4.000 Euro je angeschlossene Wohnung, insgesamt höchstens 35 % der Kosten, beantragt vor Baubeginn. Gezahlt wird nach vorhandenem Budget, einen Rechtsanspruch gibt es nicht; der Kesseltausch des Bundes nimmt für 2026 keine Anträge mehr an, für 2027 hat das Umweltministerium 179 Mio. Euro angekündigt, die Bedingungen waren am 13. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht (Stand Oktober 2026).

Gibt es an meiner Adresse Fernwärme?

Ob ein Anschluss möglich ist, prüft Wien Energie im Einzelfall; ein offenes Verzeichnis des Netzes war am 13. Oktober 2026 nicht zu finden. Liegt die Adresse in einem Klimaschutz-Gebiet, ist das laut Stadt ein Hinweis auf gut verfügbare Fernwärme — mehr nicht.

Lässt sich Wärme aus dem Kanal nutzen?

Die Stadt führt 5 845 Kanalabschnitte mit mindestens 15 Litern je Sekunde Trockenwetterabfluss, zusammen rund 320 km, als erste Orientierung. Ob ein Kanal nutzbar ist, entscheidet sich im Einzelfall; laut Stadt eignet sich Abwasserwärme eher für große oder mehrere Gebäude.

Brauche ich die Karten für eine Luft-Wärmepumpe?

Nein — die Karten betreffen Sonde, Grundwasser und Kanal. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe holt ihre Wärme aus der Außenluft; 754 der 1 108 geförderten Wärmepumpen im Verzeichnis der Stadt arbeiten so. Welche Regeln für das Außengerät gelten, beantwortet diese Seite nicht.

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Quellen: Energiekarten der Stadt Wien — Ampelkarten Erdwärmesonde und thermische Grundwassernutzung, Erdwärmepotenzial, Potenzialkarte thermische Grundwassernutzung, geeignete Grundwasserkörper, Abwasserwärmepotenzial, geförderte Wärmepumpen, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen (data.gv.at, CC BY 4.0, abgerufen am 13. Oktober 2026; Datenquelle: Stadt Wien – data.wien.gv.at); Bezirksgrenzen und Dachmodell: Stadt Wien (CC BY 4.0); Recht: RIS und wien.gv.at; Förderung: wien.gv.at, wohnfonds_wien, sanierungsoffensive.gv.at. Keine Rechtsauskunft und keine Planung — die Karten ersetzen kein Fachbüro und keine Bewilligung.

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