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Azima · Prüfung

So genau ist Azima — 1.000 Fenster nachgerechnet

Gemessen an 1.000 Fenstern in allen 23 Bezirken, gegen die echten Dächer der Stadt Wien und den Laserscan 2023: wie weit die Sonnenzahl danebenliegt, wo sie streut und was die Prüfung nicht zeigt.

Gemessen 17.10.2026

Eine Sonnenzahl ist nur so viel wert wie ihre Prüfung — und ein einzelnes Fenster beweist nichts über eine Stadt. Darum wurde die Rechnung am 16. und 17. Oktober 2026 an 1.000 zufällig gezogenen Fenstern in allen 23 Bezirken gemessen: gegen eine unabhängige Rechnung mit den echten Dach- und Wandflächen aus dem 3D-Modell der Stadt Wien, Minute für Minute, an drei Stichtagen.

88 %der Fenster am 21. Dezember auf ±30 Minuten genau
96 %auf ±1 Stunde genau, am selben Tag
−0,2 minmittlere Abweichung am kürzesten Tag
+0,01 mTraufhöhe gegen den Laserscan 2023, Median über 478 Bauteile

Wie gemessen wurde

Die 1.000 Fenster sind reproduzierbar zufällig gezogen und geschichtet: jeder Bezirk gleich oft, darin gleichmäßig über vier Höhenklassen der Häuser und drei Geschoßlagen vom Erdgeschoß bis unters Dach. Jedes Fenster sitzt an einer echten Außenwand. Die Referenz liest die amtlichen Dach- und Wandflächen der Stadt Wien im Umkreis von 300 m — Höfe als Löcher, nicht als Dächer —, dahinter die Gebäude bis 2 km, und rechnet die Sonne nach den NOAA-Formeln mit Lichtbrechung, jede Minute ein Strahl. Gemessen wird, wie viele Minuten direkte Sonne die Rechnung von Azima ausgibt, und wie viele die Referenz.

Das Ergebnis am Fenster

TagMittel±30 min±1 h9 von 10
21.3.−2,2 min85,5 %95,8 %±38 min
21.6.−3,2 min80,2 %94,5 %±47 min
21.12.−0,2 min88,2 %96,1 %±33 min

Mittel = Abweichung der Sonnenminuten gegen die Referenz · ±30 min / ±1 h = Anteil der Fenster innerhalb · 9 von 10 = so weit liegen neun von zehn Fenstern höchstens daneben.

Im Mittel liegt die Rechnung wenige Minuten unter der Referenz — also eher etwas zu vorsichtig als zu großzügig. Neun von zehn Fenstern liegen am kürzesten Tag innerhalb einer guten halben Stunde.

Ohne Grundriss: warum eine Spanne dasteht

Wer nur eine Adresse eingibt, gibt der Rechnung einen Punkt im Haus — sie weiß dann nicht, an welcher Wand das Fenster sitzt. Nachgestellt mit einem Punkt 2 m hinter jeder Fassade, verglichen mit den echten Dächern am Fenster:

Tag±1 h9 von 10
21.3.81,9 %±95 min
21.6.77,2 %±115 min
21.12.89,2 %±65 min

Deshalb steht neben jeder Zahl auf der Azima-Seite und im Bericht ihre Spanne. Mit Grundriss und Fensterrichtung weiß die Rechnung, an welcher Wand das Licht ankommt — dann gelten die Werte der ersten Tabelle.

Der Fehler, den die Prüfung gefunden hat

Die erste Messung am 17. Oktober zeigte: bis dahin rechnete Azima im Mittel 52 bis 81 Minuten zu viel Sonne. Die Ursache lag in den Daten, nicht in der Rechnung — von Gebäuden aus mehreren Bauteilen kannte die Beilage nur einen Splitter des ersten Teils, und das betrifft etwas mehr als die Hälfte aller Wiener Häuser. Am selben Tag behoben und an denselben 1.000 Fenstern nachgemessen; die Tabelle oben ist der Stand danach. Jede weitere Korrektur wird an denselben Fenstern gemessen, bevor sie live geht, und ihr Ergebnis kommt mit Datum auf diese Seite — auch ein schlechteres.

Die Gebäudehöhen gegen den Laserscan

Die Höhen der Nachbarhäuser kommen aus dem Dachmodell der Stadt Wien (Stand 2016). Gegengemessen am Laserscan des BEV von 2023 an 256 Gebäuden aus allen Lagen, Bauteil für Bauteil (478 Teile): die Traufe liegt im Median 0,01 m neben der gemessenen Dachfläche, bei Flachdächern 0,26 m darüber, bei geneigten Dächern 1,86 m darunter, weil der First darüber liegt. Diesen Dachanteil kennt die Rechnung nicht; im Mittel hebt ihn eine vorsichtige Regel an den Hauskanten auf, auch das ist an den 1.000 Fenstern gemessen. Jedes zehnte Teil weicht um mehr als 5 m ab: Glasdächer über Höfen, Überbauungen, Fehler im Modell.

Was die Zahl am stärksten bewegt

Ein Meter mehr oder weniger an allen Nachbarhäusern verschiebt die Sonnenzeit für die Hälfte der Fenster um höchstens 4 Minuten, für jedes zehnte um rund 20. Ein Stockwerk höher oder tiefer verschiebt sie um ein Vielfaches mehr — für jedes zehnte Fenster um über eine Stunde. Die Angabe, welcher Stock, wiegt mehr als jede Ungenauigkeit im Höhenmodell.

Was diese Prüfung nicht zeigt

Stand der Messung: 17. Oktober 2026, Rechenweg wie live. Methode, Skripte und Rohdaten auf Anfrage.

Azima-Puppenhaus der Beispieladresse Schrankgasse 10: das gemessene Haus von schräg oben, die Wohnung offen, Sonnenstand und Schatten.
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