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Wohnen im Wohnpark Alt-Erlaa — wie lebt es sich dort?
🏊 Wohnen an besonderen Orten

Wohnen im Wohnpark Alt-Erlaa — wie lebt es sich dort?

Kurz und ehrlich: Man wohnt in einem von drei rund 400 Meter langen Blöcken mit 23 oder 27 Geschoßen, mit Schwimmbad auf dem Dach, Park zwischen den Häusern und der U6 am Einkaufszentrum. Der Kompromiss: Die Wohnung sucht man sich nicht aus — sie wird nach Jahren auf der Warteliste zugeteilt, und mit ihr die Seite, auf der man wohnt.

Stand November 2026
Alles darin ist echt: die Luftbilder sind Befliegungen der Stadt Wien von 1956 bis 2025, die Höhen kommen aus ihrem 3D-Dachmodell, der Sonnenstand aus den NOAA-Formeln, die Fotos von Wikimedia Commons. Die Stimme ist synthetisch. Film: CC BY-SA 4.0.Wien von oben · Folge 4 · alle Folgen auf YouTube
Transkript

7 Pools auf den Dächern des Wohnparks Alt-Erlaa. 1971 waren hier noch Äcker und Gärtnereien. 1973 beginnt der Bau. Drei Jahre später steht der erste Block. Architekt Harry Glück nennt es das gestapelte Einfamilienhaus: Terrassengärten bis in den 12. Stock. 1985 ist alles fertig: über 3.000 Wohnungen. Die Pools sind zugleich Löschwasserbecken. Und Studien zeigen immer wieder: Hier wohnt man sehr gern. Am kürzesten Tag steht die Sonne mittags nur 18 Grad hoch. Dann werfen die Blöcke Schatten von über 250 Metern. Wie viel Wintersonne hat deine Wohnung? Azima rechnet es für jedes Stockwerk. viennalivingmap.com

Living Snapshot — die Wohnlage in Zahlen

Der Wohnpark ist in den Daten der Vienna Living Map kein eigenes Grätzl — bewertet werden die Wohnlagen ringsum: Erlaa, Liesing Zentrum und Siebenhirten. Orientierung für die Umgebung, kein Urteil über einzelne Wohnungen.

Was den Alltag prägt

Der Wohnpark Alt-Erlaa — oft auch Alterlaa geschrieben — entstand ab 1973 nach Plänen von Harry Glück mit Kurt Hlaweniczka, Franz Requat und Thomas Reinthaller, gebaut von einer Tochter der gemeinnützigen Gesiba. Block A war 1976 bezogen, Block B 1978, Block C 1985. Drei Riegel laufen von Nord nach Süd, jeder rund 400 Meter lang. In den unteren zwölf Geschoßen treppen sie sich ab, dort hat jede Wohnung einen Terrassengarten; darüber hat jede zumindest eine Loggia. Rund 9.000 Menschen wohnen in rund 3.200 Wohnungen.

Vieles, wofür man sonst aus dem Haus geht, liegt im Haus: Hallenbäder und Saunen in den Blöcken, sieben Becken auf den Dächern, über 30 Klubs, Schulen, Kindergärten, Ärzte und der Kaufpark mit Geschäften, Bücherei und Lokalen. Zwischen den Blöcken liegt der Harry-Glück-Park, rund zwölf Hektar Grün. Der Wohnpark hat einen eigenen Hauskanal und eine eigene Monatszeitung.

So sieht es aus

Terrassengärten mit Pflanztrögen an einem Block des Wohnparks Alt-Erlaa im Herbst
Die Terrassengärten der unteren Geschoße, 2011. Foto: Thomas Ledl, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons, verkleinert.
Schwimmbecken auf dem Dach von Block A im Wohnpark Alt-Erlaa
Das Dachbad von Block A, 2011. Foto: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, verkleinert.
Fassade eines Blocks im Wohnpark Alt-Erlaa mit gelben Markisen vor blauem Himmel
Loggien und Markisen, 2017. Foto: Dimitry Anikin, CC0, Wikimedia Commons, verkleinert.

Vom Acker zum Wohnpark — dieselbe Stelle aus der Luft

Auf den Luftbildplänen der Stadt von 1956 und 1971 liegen hier Felder und die Glashäuser von Gärtnereien. Das Wien Geschichte Wiki spricht von der Umwidmung der „Gartengründe", nach der ab 1973 gebaut wurde. 1976 steht der erste Block, A im Osten; 1981 sind es zwei, 1986 drei, mit dem Park dazwischen. Auf dem Orthofoto von 2025 sieht man von oben, wofür der Wohnpark bekannt ist: sieben blaue Becken auf den Dächern.

Luftbild der Stelle des Wohnparks Alt-Erlaa 1956: Felder
1956 · Felder
Luftbild der Stelle des Wohnparks Alt-Erlaa 1971: Felder und Gärtnereien
1971 · Felder und Gärtnereien
Luftbild der Stelle des Wohnparks Alt-Erlaa 1976: Block A steht
1976 · Block A steht
Luftbild der Stelle des Wohnparks Alt-Erlaa 1981: Block A und B
1981 · Block A und B
Luftbild der Stelle des Wohnparks Alt-Erlaa 1986: alle drei Blöcke
1986 · alle drei Blöcke
Luftbild der Stelle des Wohnparks Alt-Erlaa 2025: sieben Dachpools
2025 · sieben Dachpools

Luftbildpläne 1956–1986 und Orthofoto 2025: Stadt Wien — data.wien.gv.at, CC BY 4.0, gleicher Ausschnitt, Norden oben.

Straßenbahn der Linie 64 an der Endstation Alt Erlaa, Rösslergasse, im Oktober 1979, dahinter die neuen Blöcke
Oktober 1979: Am 27. September war die vorläufige Endstation der Straßenbahnlinie 64, Alt Erlaa, Rösslergasse, eröffnet worden; dahinter die neuen Blöcke. Foto: Kurt Rasmussen, Wikimedia Commons (Nutzung mit Namensnennung).

Was überraschend gut funktioniert

Die U6 steht vor der Tür: Die Station Alterlaa, seit 1995 in Betrieb, liegt am Kaufpark — aus der Mitte des Wohnparks rund fünf Gehminuten. Das Wien Museum rechnet mit etwa 25 Minuten bis zum Karlsplatz. Autos stehen in Garagen mit rund 3.400 Plätzen, die Grünflächen zwischen den Blöcken sind autofrei.

Die Zufriedenheit ist gemessen, nicht behauptet: Mehrere Studien bescheinigen dem Wohnpark eine sehr hohe Wohnzufriedenheit, darunter eine der Stadt Wien aus dem Jahr 2004. Wer hier wohnt, verbringt laut diesen Studien auch mehr Zeit zu Hause als die Bewohner vergleichbarer Anlagen.

Was man bewusst in Kauf nimmt

Aussuchen kann man sich die Wohnung nicht. Die Warteliste ist lang — das Wien Museum nennt rund fünf Jahre —, und zugeteilt wird nach Haushaltsgröße, zwischen 50 und 149 Quadratmetern. Block, Stockwerk und Seite kommen mit dem Angebot, nicht mit dem Wunsch.

Die Größe hat eine Innenseite: Erschlossen sind die Blöcke über lange Mittelgänge, die auch tagsüber Kunstlicht brauchen und keine Querlüftung erlauben. Weil die Riegel von Nord nach Süd laufen und der Gang in der Mitte liegt, schaut eine Wohnung in der Regel nur zu einer Seite: nach Osten mit der Morgensonne oder nach Westen mit dem Abend. Und hohe Riegel machen Wind — Versuche im Windkanal haben für den Wohnpark beträchtliche Windgeschwindigkeiten ergeben.

20 Minuten Alltag

Fünf Stationen, ein Abend nach der Arbeit — jede Beobachtung gilt genau hier, nicht überall.

  1. U6 Alterlaa 18:05
    Aussteigen am Kaufpark. Die Station gibt es seit 1995, fast zwanzig Jahre nach dem Einzug in Block A.
  2. Kaufpark 18:08
    Einkaufen, ohne das Areal zu verlassen: Geschäfte, Lokale und die Bücherei unter einem Dach, auf dem Weg von der U-Bahn zur Stiege.
  3. Harry-Glück-Park 18:15
    Zwischen den Blöcken, rund zwölf Hektar ohne Autoverkehr. Seit 2015 trägt der Park den Namen des Architekten.
  4. Die Terrassen 18:20
    Von unten sieht man, wie sich die Blöcke abtreppen: In den unteren zwölf Geschoßen hat jede Wohnung einen Terrassengarten, darüber eine Loggia. Glück nannte das Prinzip das gestapelte Einfamilienhaus.
  5. Das Dachbad 18:30
    Mit dem Lift nach oben: sieben Becken auf den Dächern, rund 70 Meter über Liesing. Das Wasser ist zugleich Löschwasser-Reserve für die Hochhäuser.

Für wen passt es?

Für alle, die Infrastruktur im Haus wollen — Bad, Sauna, Klub, Schule, U-Bahn — und Nachbarschaft nicht scheuen, auch für Familien mit Platzbedarf. Wer sich die Wohnung selbst aussuchen will, Seite und Stock inklusive, oder ein Gründerzeit-Grätzl mit Cafés vor der Haustür sucht, findet das hier nicht.

Licht im Winter: 85 Meter und 18 Grad

Die drei Blöcke laufen von Nord nach Süd und stehen am Sockel rund 140 Meter auseinander. Laut dem 3D-Dachmodell der Stadt Wien (LoD2) liegt ihre höchste Traufe bei 85,0 Metern; die Dächer mit den Becken liegen zwischen 63 und 78 Metern.

Am 21. Dezember steht die Sonne über dem Wohnpark um 11:52 Uhr am höchsten: 18,5 Grad. Eine 85 Meter hohe Kante wirft dann auf ebenen Boden einen Schatten von 254,6 Metern — um 10 Uhr von 337, um 14 Uhr von 368 Metern. Am 21. Juni sind es zu Mittag 39 Meter.

Was das für eine bestimmte Wohnung heißt, hängt am Geschoß, an der Seite — Osten oder Westen — und an den Nachbarblöcken. Eine Zahl für „den Wohnpark" wäre deshalb falsch; der Licht-Check unten rechnet sie für Adresse und Geschoß, aus denselben gemessenen Höhen.

Licht vor der Zusage prüfen

Mit dem Angebot kommt eine Seite: Osten oder Westen, zwölfter oder zwanzigster Stock. Der Licht-Check rechnet für die Adresse und das Geschoß, wann direkte Sonne an die Fenster kommt — am 21. Juni und am 21. Dezember, aus den amtlich gemessenen Höhen der Nachbarhäuser. Die Vorschau für ein Zimmer ist kostenlos. Zum Licht-Check →

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Das Grätzl-Porträt Erlaa · Liesing Zentrum · Wohnarten in Wien · Bezirk Liesing · Karl-Marx-Hof · Arsenal

Methodik & Quellen

Geschichte, Bauten und Ausstattung: Wien Geschichte Wiki (Stadt Wien), Artikel „Wohnpark Alt-Erlaa"; Wikipedia, Artikel „Wohnpark Alterlaa"; dasrotewien.at, Eintrag „Alt-Erlaa, Wohnpark"; Wien Museum Magazin, „Wohnpark Alterlaa" (alle gelesen am 30. September 2026). Der Living Snapshot sind die Scores der Grätzl Erlaa, Liesing Zentrum und Siebenhirten aus offenen Daten (Stadt Wien OGD, OpenStreetMap, Wiener Linien, Statistik Austria) — Orientierung, keine Bewertung einzelner Wohnungen. Gehminuten: Luftlinie ab der Mitte des Areals × 1,3 bei 80 Metern pro Minute. Luftbilder, Höhen und Licht (ergänzt am 18. Oktober 2026): Luftbildpläne 1956–1986 und Orthofoto 2025 der Stadt Wien (data.wien.gv.at, CC BY 4.0); Traufhöhen aus dem LoD2-Dachmodell der Stadt Wien; Sonnenstand am 21. Dezember 2026 nach den NOAA-Formeln mit Lichtbrechung, Schattenlänge = Höhe ÷ tan(Sonnenhöhe) auf ebenem Boden; Abstand der Blöcke laut Wikipedia. Fotos: Wikimedia Commons — Thomas Ledl (CC BY-SA 3.0 und 4.0), Dimitry Anikin (CC0), Kurt Rasmussen (Nutzung mit Namensnennung). Der Film steht unter CC BY-SA 4.0.

Häufige Fragen

Was war vor dem Wohnpark Alt-Erlaa dort?

Felder und Gärtnereien. So zeigen es die Luftbildpläne der Stadt Wien von 1956 und 1971; das Wien Geschichte Wiki nennt die Umwidmung der „Gartengründe", nach der ab 1973 gebaut wurde. 1976 war Block A bezogen, 1985 Block C.

Wie bekommt man eine Wohnung im Wohnpark Alt-Erlaa?

Über eine Warteliste — das Wien Museum nennt rund fünf Jahre. Zugeteilt wird nach Haushaltsgröße, zwischen 50 und 149 Quadratmetern; eine bestimmte Wohnung kann man sich nicht aussuchen. Wie man sich anmeldet, sagt die Gemeinnützige Wohnungs-AG Wohnpark Alt-Erlaa selbst, eine Tochter der Gesiba.

Ist der Wohnpark Alt-Erlaa ein Gemeindebau?

Nein. Errichtet hat ihn die Gemeinnützige Wohnungs-AG Wohnpark Alt-Erlaa, eine Tochter der Gesiba, nicht die Stadt als Gemeindebau. Geplant haben ihn Harry Glück, Kurt Hlaweniczka, Franz Requat und Thomas Reinthaller; bezogen wurde er zwischen 1976 und 1985.

Wie hoch sind die Blöcke, und wo sind die Dachbäder?

Die drei Blöcke haben 23 beziehungsweise 27 Geschoße. In den unteren zwölf treppen sie sich als Terrassengärten ab, darüber haben die Wohnungen Loggien. Auf den Dächern liegen sieben Schwimmbecken in rund 70 Metern Höhe, dazu Hallenbäder und Saunen in den Blöcken. Die höchste Traufe liegt laut dem 3D-Dachmodell der Stadt Wien bei 85,0 Metern.

Wie lang sind die Schatten der Blöcke im Winter?

Am 21. Dezember steht die Sonne über dem Wohnpark um 11:52 Uhr 18,5 Grad hoch. Eine 85 Meter hohe Kante wirft dann auf ebenen Boden 254,6 Meter Schatten, um 10 Uhr 337 und um 14 Uhr 368 Meter. Am 21. Juni sind es zu Mittag 39 Meter. Gerechnet aus dem LoD2-Dachmodell der Stadt Wien und den NOAA-Formeln; für eine bestimmte Wohnung rechnet der Licht-Check.

Gibt es alte Luftbilder vom Wohnpark Alt-Erlaa?

Ja. Die Stadt Wien stellt ihre Befliegungen als offene Daten bereit (CC BY 4.0); oben stehen sechs davon im selben Ausschnitt, von 1956 bis 2025. Dieselbe Zeitreise zeigt Azima für jede Wiener Adresse, an einem Regler.

Wie ist Alt-Erlaa an die Öffis angebunden?

Mit der U6: Die Station Alterlaa liegt am Kaufpark, rund fünf Gehminuten aus der Mitte des Wohnparks, und ist seit 1995 in Betrieb. Das Wien Museum rechnet mit etwa 25 Minuten bis zum Karlsplatz.

Wie lebt es sich im Wohnpark Alt-Erlaa?

Studien bescheinigen dem Wohnpark eine sehr hohe Wohnzufriedenheit: Bad, Sauna, Klubs, Schulen, Geschäfte und U-Bahn liegen im oder am Haus. Der Kompromiss ist die Größe — lange Mittelgänge, eine Wohnung meist nur zu einer Seite, und keine freie Wahl bei der Zuteilung. Die Wohnlagen ringsum erreichen Living Score 88 (Erlaa), 89 (Liesing Zentrum) und 89 (Siebenhirten).

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