
🍂 Ein Sonntag im Oktober
Herbst in Wien — die goldenen Wochen
Ein goldener Oktober-Sonntag, sechs Orte — von den gelben Weinbergen bis zur letzten Runde im Park. Und an jedem Ort die Frage: Wie wäre es, hier zu wohnen?
Ein Wohn-Essay, keine Tippliste · Stand Juli 2026
Der Herbst ist die Jahreszeit, in der Wien am meisten nach sich selbst aussieht: Weinlese und Sturm, klare Luft über den Rieden, Maroni in der Innenstadt und Kaffeehäuser, die wieder voll werden. Dieser Sonntag geht das der Reihe nach durch — vom Weinberg bis zum Parktor. Jede Station ist ein echter Ort mit einem echten Grätzl dahinter.
Der Sonntag, der Reihe nach
10:00Hinauf über die Weinberge — Kahlenberg Bezirk 19Nach den ersten kalten Nächten färben sich die Rieden gelb, und die Luft wird so klar, dass man bis ins Flachland schaut. Am Sonntagvormittag ist der Stadtwanderweg 1 gut besucht — hinauf gehen alle, die Aussicht teilt man sich. Wer hier oben wohnt, hat den Sonntagsausflug der anderen als Hausrunde — und trägt dafür jeden Einkauf den Berg hinauf.So wohnt es sich in Kahlenberg Umgebung → · Magazin · Guide
12:30Sturm beim Heurigen — Nußdorf Bezirk 19Wenn die Weinlese beginnt, wird beim Heurigen Sturm ausgeschenkt — den gibt es nur diese paar Wochen. In den Gassen stehen die Lesekisten, und mittags sitzt man noch einmal draußen in der Sonne. In Nußdorf endet der Sonntag beim Heurigen ums Eck — dafür wohnt man am Ende der Stadt, nicht in ihrer Mitte.So wohnt es sich in Nußdorf → · Magazin · Guide
15:00Hirschrufe im Lainzer Tiergarten Bezirk 13Im September und Oktober hört man im Lainzer Tiergarten die Hirsche röhren — mitten im 13. Bezirk, hinter einer Mauer, die einmal kaiserliches Jagdrevier war. Das Laub der alten Eichen liegt knöcheltief auf den Wegen. Wer in Lainz wohnt, hat einen Wald als Nachbarn, der abends zusperrt — Natur mit Öffnungszeiten, aber echte.So wohnt es sich in Lainz → · Magazin · Guide
16:30Der erste Maronibrater — am Graben Bezirk 1Ab Oktober stehen die Maronibrater wieder in der Innenstadt, und der Geruch nach gerösteten Kastanien gehört ab da zum Heimweg. Um halb fünf gehen die ersten Schaufensterlichter an. Im Zentrum wohnt man mit diesem Herbst direkt vor der Tür — und mit Mieten, die das einpreisen.So wohnt es sich in Graben/Kohlmarkt → · Magazin
17:30Kaffeehaus-Stunde — Josefstadt Bezirk 8Sobald die Abende kürzer werden, füllen sich die Kaffeehäuser wieder: Der Fensterplatz mit Zeitung ist ab Oktober wieder etwas wert. Draußen dämmert es, drinnen bleibt man sitzen. In der Josefstadt wechselt das Grätzlleben im Herbst einfach die Straßenseite — vom Schanigarten hinein ans Fenster.So wohnt es sich in Josefstädter Straße → · Magazin · Guide
19:00Letzte Runde im Augarten Bezirk 2Der Augarten sperrt bei Einbruch der Dunkelheit zu — im Oktober heißt das: immer früher. Die Läufer ziehen ihre letzte Runde zwischen den Alleen, dann fallen die Tore für die Nacht. Wer am Augarten wohnt, richtet den Tag ein Stück nach den Toren — und bekommt dafür einen Park, der nachts wirklich still ist.So wohnt es sich in Augarten → · Magazin
Die Zeiten sind eine Dramaturgie, kein Fahrplan — jeder dieser Orte trägt einen ganzen Herbsttag allein. Hinter jeder Station steht ihr Grätzl mit Magazin, Score und ehrlichen Trade-offs.
Im Herbst zählt der nahe Alltag: Wenn es um fünf dämmert, ist der Bäcker ums Eck mehr wert als jedes Panorama.
Finde den Ort, dessen Herbst zu dir passt →
Häufige Fragen
Was macht man im Herbst in Wien am besten?
Das, was nur jetzt geht: Sturm trinken beim Heurigen (nur wenige Wochen ab der Weinlese), über die färbenden Weinberge gehen (Stadtwanderwege 1 und 1a), im Lainzer Tiergarten die Hirschbrunft hören und die ersten Maroni in der Innenstadt essen.
Wo ist der Herbst in Wien am schönsten?
In den Weinorten am Nordrand — Nußdorf, Grinzing, Stammersdorf — färben sich die Rieden; an den Wienerwald-Rändern (Kahlenberg, Lainzer Tiergarten) steht der Wald in Gelb und Rot; und die großen Alleen im Prater und in Schönbrunn werfen ihr Laub auf die Wege.
Was ist Sturm?
Halb vergorener Traubenmost — süß, trüb und nur haltbar, solange er gärt. Es gibt ihn ein paar Wochen ab Ende September direkt bei den Heurigen und Buschenschanken; danach ist er wieder ein Jahr lang verschwunden. Ein Wiener Herbst-Ritual.
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